Eine besondere Begleitung

Eine besondere Begleitung

Als neue Hospizbegleiterin begann ich meine erste Begleitung in einem Pflegeheim mit einiger Unsicherheit. Der fast 80-jährige Bewohner lebte dort seit einem schweren Unfall nahe bei seinen beiden Kindern, da eine Rückkehr in sein früheres Zuhause nicht mehr möglich war. Trotz körperlicher Einschränkungen war er geistig wach und sehr interessiert.

Gemeinsam mit den Angehörigen entstand die Idee, ihm kleine Abwechslungen vom Heimalltag zu ermöglichen, etwa den Besuch einer externen Veranstaltung. Diese Begegnung bereitete ihm große Freude, doch verschlechterte sich seine Mobilität danach deutlich, was seinen Lebensmut beeinträchtigte.

Während der Abwesenheit der Kinder baten sie um möglichst regelmäßige Besuche durch unser Hospizteam. Wir koordinierten uns eng, sodass an mehreren Tagen pro Woche jemand bei ihm sein konnte. Kleine Gesten – Düfte, Blumen aus dem Garten, Vorlesen aus der Zeitung oder seine Lieblingsschokolade – gaben ihm Trost, Ablenkung und spürbare Ruhe im Umgang mit seiner Situation.

Als sich sein Zustand weiter verschlechterte und ein palliatives Team hinzukam, begleiteten wir auch die Angehörigen unterstützend. Der regelmäßige Austausch im Team und mit der Familie war dabei sehr wertvoll.

Ende Oktober durfte er schmerzfrei und friedlich einschlafen. Als Zeichen des Dankes erhielten wir von seiner Tochter seine Lieblingsblume – eine berührende Geste.
Text:
Bettina Hanekop-Hospizbegleiterin
Mitgewirkt haben Andrea Seebauer, Barbara Nobis und Bianca Issing.

Foto: pixabay